Calw / Estonteco 26 Juli bis 05 August 2017

Die Stadt der Zukunft ‚Estonteco‘ liegt in Mecklenburg, mitten in einem Naturschutzgebiet. Über 5000 Pfadfinder und 500 internationale Gäste aus 24 Ländern der Erde errichteten dort über 10 Tage ihre eigene Zeltstadt zwischen den Seen.
Schon nach einem Tag ragten riesige Türme und meterhohe Zeltbauten, Jurtenburgen und Funkmasten in den Himmel. Eines der großen Ziele der zwanzigköpfigen Pfadfindergruppe Sternfahrer aus Calw war: Ein Interview mit einem Astronaut auf der Internationalen Raumstation ISS führen.

Was einige anfänglich vielleicht nur für einen netten Pfadfinderscherz hielten wurde am 1.8. um 20:15 dann nach einem langen Funkrauschen und vielen Funkrufen für 10 Minuten Wirklichkeit. Das internationale Pfadfinderteam der Amateurfunker hatte plötzlich einen Kontakt zur ISS hergestellt: Das Lager jubelte.

Estonteco war für den Astronaut zwar nicht sichtbar aber gut hörbar. Die Pfadfinder von Estonteco konnten dafür die ISS direkt über dem Lagerplatz sehen. In 300 Kilometer Höhe zeigte sich die Raumstation, die normalerweise so groß wie zwei Fußballfelder ist. Für 10 Minuten konnten die Sternfahrer die ISS als leuchtenden Punkt im Nachthimmel sehen bevor diese wieder zur dritten Runde für 90 Minuten hinter dem Horizont verschwindet, um der Erde erneut zu umkreisen.

Ein Jahr lang haben wir uns in unserem Internationalen Team auf diesen Moment und auf den Funkkontakt mit der ISS vorbereitet‘ schwärmte einer der Funker stolz. Es war der erste Kontakt der ISS dieses Jahr nach Deutschland. Als dann endlich die 14-jährigen Sternfahrer am Funkgerät waren und Jonas Mayer und Ferdinand Stieger die zweite Fragerunde eröffneten, konnte kein Kontakt mehr ins All hergestellt werden. ‚Die haben eben nicht damit gerechnet, dass sie es plötzlich mit den echten Herrschern des Universums zu tun haben‘, witzelte der Sternfahrer Ferdinand und weiter: ‚Das Funkgerät kann ihm in der Schwerelosigkeit ja nicht aus der Hand gefallen sein.‘

Ohnehin wäre jede Erklärung zu zahlreichen Fragen, wie die Stadt der Zukunft aussieht, wohl etwas zu lang ausgefallen. So gab es neben einer Elektrowerkstatt und den Amateurfunkern zahlreiche Ideen und Workshops für Weltverbesserer, Themen zum Umweltschutz, Frieden und Verständigung oder auch Themen zur Gesundheit und Versorgung, denn die wachsende Erdbevölkerung stellt uns vor wachsende Herausforderungen.

Ein anderes zentrales Thema war dabei die Entsorgung von Abfällen und die Wiederverwertung beispielsweise von Fäkalien, die mit der richtigen Aufbereitung auch als wertvoller Dünger und Energiespender dienen können. So waren auf dem Bundeslager ‚Estonteco‘ des Bund der Pfadfinderinnen und Pfadinder (BdP) auch zahlreiche Toiletten auf Bio umgestellt worden.

Wie für die Stadt der Zukunft auch in Wirklichkeit die Weichen gestellt werden, konnten die Kinder und Jugendlichen im Wahlbüro kennenlernen. Eine Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten oder eine Bundestagswahl für unter 18-jährige ‚U18‘ sorgte nicht nur für überraschende Ergebnisse sondern auch für die Auseinandersetzung mit politischen Themen, die unsere Zukunft prägen werden, auch im Bundestagswahljahr 2017. In einem Punkt ist sich nach dem Lager der Stammesführer der Sternfahrer Sebastian Schadt jedenfalls sicher: ‚Das Universum gehört uns.‘

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